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DIE
SCHATTENSEITEN |
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Vorab: Der
Bergriff "Sexueller Missbrauch" ist missverständlich; er erweckt den
falschen Eindruck, dass es einen richtigen sexuellen Gebrauch geben
könnte. Sexualität hat aber nichts mit gebrauchen/benutzen zu tun.
Außerdem haben sexuelle Misshandlungen etwas mit der Ausnutzung von
Macht und
damit mit Gewalt
zu tun (Sexualität ist
das Mittel, das Instrument des Machtmissbrauchs). Daher geht es
nicht um eine gewalttätige Form von Sexualität, sondern vielmehr um
eine sexualisierte Form von Gewalt. Treffender wäre daher der
Begriff "Sexualisierte Gewalt". Ich verwende den Begriff "Sexueller
Missbrauch" dennoch, da dieser in der Alltagssprache derzeit noch
gebräuchlicher ist. Sexueller Missbrauch fängt nicht erst bei Vergewaltigung an. Sexueller Missbrauch beginnt bei abschätzigen Blicken und Bemerkungen und geht über in scheinbar harmlose (getarn te)
Berührungen bis hin zur erzwungenen oralen (mit dem Mund), analen
(Darmverkehr) oder genitalen (z.B. Penis in die Vagina)
Vergewaltigung. Es gibt viele Formen von sexuellem Missbrauch an
Mädchen und Jungen wie z.B.:
Sicherlich fallen Dir noch mehr Beispiele ein. Vielleicht passiert
auch Dir "so etwas". Vielleicht traust Du Dich nicht, mit jemanden
darüber zu sprechen. Vielleicht denkst Du, Du bist die Einzige/der
Einzige (derzeitige Schätzungen gehen davon aus, dass ca. jedes
3.-5. Mädchen und jeder 7.-12. Junge von sexuellem Missbrauch
betroffen ist). Vielleicht ist es für Dich besonders schwer, darüber
zu sprechen, weil ein Verwandter oder Bekannter Dich zu etwas zwingt
und mit Dir etwas tut, was Du nicht willst oder nicht verstehst.
Tatsächlich erfahren die meisten die sexuelle Misshandlung durch
ihnen vertraute Personen: vom (Stief-, Gross-)Vater, Bruder, Onkel,
Freunde der Familie, Trainer, Nachbarn, Lehrer usw. Die meisten
Täter sind Männer, aber es gibt auch Täterinnen.
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